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Check: Targa Traveller 1534

Lidl kontert Aldi mit Notebook im Angebot

Andy Ilmberger
02.12.2008, 13:26 Uhr Andy Ilmberger

Der nach Aldi populärste Lebensmittel-Discounter Lidl startet ab 4. Dezember 2008 seinerseits eine kleine Angebots-Offensive aus dem Bereich Technik und IT, um vor Weihnachten wenigsten noch ein paar Technik-Begeisterte für sich zu erwärmen. Im Mittelpunkt steht dabei das Notebook Targa Traveller 1534. magnus.de testete vorab schon mal die Spezifikationen und Ausstattungsmerkmale für Sie und prüft, ob das Gerät 699 Euro wirklich wert ist.

Zumindest im Süden unserer Republik nutzt Lidl die Gunst der Wochen und versucht mit einem Mobil-Rechner der Hausmarke Targa zu punkten, nachdem Aldi zuvor anstelle eines Notebooks lieber einen PC (Medion Akoya P7300 D), ein Navigationssystem (Medion GoPal P5430) oder Home-Entertainment unters Volk bringen wollte. magnus.de hatte letzte Woche ausführlich darüber berichtet.

Konfigurations-Bewertung des Targa Traveller 1534

Targa Traveller 1534
Ab 04. Dezember 2008 in den süddeutschen Lidl-Filialen für 699 Euro käuflich zu erwerben: das Targa Traveller 1534. (Quelle: (c) Lidl/Targa)
Zwei Auffälligkeiten stechen beim Targa Traveller 1534 ins Auge: ein 16:9-Bildschirm mit 15,6-Zoll und 1.366 x 768 Pixel (üblich sind 15,4 mit 1280 x 800 Pixel) sowie ein Intel Prozessor des Typs Pentium Dual-Core T3200 (2 x 2 GHz). Nicht dass der Prozessor sehr ungewöhnlich wäre, nur griff Targa in der Vergangenheit lieber in die Kiste mit den AMD-Prozessoren. Der mit Pentium bezeichnete Prozessor basiert in Wirklichkeit ebenfalls auf der neueren Core-2-Duo-CPU-Architektur, muss aber mit halbem Level-2-Cache (1 anstatt 2 MB) und langsamerer Systemanbindung (667 anstatt 800 MHz) auskommen. Für die üblichen Mainstream-Programme wie Office, Internet oder Bildbearbeitung reichen seine Leistungswerte auch dicke aus, Spiele oder Video-Anwendungen würden aber bei ein paar PS mehr unter der Haube nicht meckern.

Unterstützt wird der Pentium-Antrieb von 2 GB Arbeitsspeicher und der autarken DirectX-10-Grafikeinheit Mobility Radeon HD 3470 (256 MB Grafikspeicher) der Halbleiterschmiede ATI/AMD. Angesichts der derzeitigen niedrigen Speicherpreise hätte Targa dem Traveller 1534 ruhig noch ein drittes Gigabyte RAM spendieren können. Der Grafikchip reicht theoretisch für die Wiedergabe von HD-Filmen sowie für Gelegenheitsspieler. Echte Zocker, die allerneueste 3D-Spektakel auf externen großen Bildschirmen spielen wollen (etwa Sacred 2, Far Cry 2...), stoßen sehr schnell an die Grenzen des Grafikchips.

Als Massenspeicher dreht eine 320 GB große SATA-Festplatte ihre Runden und als Brennmeister verbaute Targa einen Multiformat-DVD-Brenner mit 8-facher Geschwindigkeit von LG. Ein Blu-ray-Laufwerk, welches sowohl dem Grafikchip als auch dem Display mit HD-ready-Auflösung oder gar der vorhandene HDMI-Buchse den nötigen Sinn einhaucht, sucht der Käufer also vergebens.

Anschlüsse und Ausstattung des Targa Traveller 1534 in der Übersicht

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Verbindung mit der Außenwelt nimmt der Besitzer eines Traveller 1534 wie gewohnt über WLAN mit schnellem n-Draft-Standard oder angeleint über ein Ethernet-Kabel mit bis zu 1.000 Mbit auf. Für den Datenaustausch mit mobilen Geräten (Handys, Handhelds) oder für entsprechende Kopfhörer steht auch noch Bluetooth zur Verfügung.

Für den Sound sorgt intern ein 2.1-Lautsprecher-System und nach außen ein 7.1-Digital- und Analog-Ausgang. Wem das Display des Notebooks zu klein wird, kann über VGA oder HDMI einen echten Monitor oder einen Flachbild-Fernseher verbinden. Ein eSATA/USB-Kombi-Port sowie vier weitere USB-Buchsen warten darauf, von kompatiblen Peripherie-Geräten bestückt zu werden. Weitere Features des Targa Traveller 1534 sind ein 4-in-1-Kartenleser, eine integrierte 1,3-Megapixel-Webcam sowie ein PCI-Express-Slot.

Natürlich liegt wie üblich bei solchen Stangen-Notebooks wieder ein namentlich sehr präsentes, wenngleich zu großen Teilen abgespecktes oder leicht angestaubtes Software-Paket bei – darauf deuten Namenszusätze und Kürzel wie "Essential" oder auch OEM dezent hin. Außerdem werden seit Herbst 2008 bereits die 2009er-Versionen verkauft. Hier ist die Liste der Programme im einzelnen:

  • Microsoft Windows Vista Home Premium OEM
  • Corel Home Office
  • Corel Draw Essentials Edition 3
  • EuroRoute 2008
  • Nero 8 Essentials Suite
  • WISO Mein Geld 2008
  • Carpo Internettelephonie
  • Bullguard Antivirus
  • DivX-Encoder
  • HD-Tronic Recovery

Das Gewicht gibt Lidl für das Targa Traveller 1534 mit 2,7 Kg inklusive Akku an, die Laufzeit des Energiespenders soll je nach Anwendung bis zu 3,5 Stunden betragen. Für den Mobileinsatz legt Lidl außerdem noch eine Notebooktasche mit in den Karton. Die Garantiezeit beträgt 3 Jahre inklusive Abhol- und Bring-Service, der Akku ist 15 Monate gegen Werksfehler abgesichert.

Fazit von magnus.de zum Targa Traveller 1534

Lidls Notebook-Angebot scheint bestimmt nicht unfair zu sein, vom Hocker reißt es aber nicht. Positiv gesehen ist das Gerät ein typischer Allrounder: ein bisschen 3D-Grafikchip, etwas mehr Kinobild-Format – Targa klopft eben alles rein, was gut klingt und nicht viel kostet. Negativ gesehen ist das Targa Traveller 1534 nämlich nichts Ganzes und nichts Halbes: die 3D-Grafik zum richtig Zocken zu schwach, als multimediale Schaltzentrale steht zwar HDMI, aber kein Blu-ray zur Verfügung, für den mobilen Einsatz ist es mit 2,7 Kilo fast zu schwer, für daheim aber mit 15,6 Zoll Display-Diagonale immer noch zu klein.

Das übliche Kompromiss-Dilemma also wie schon seit Jahren, nur dass man mittlerweile mit attraktiven Desktop-Ersatz-Notebooks zum einen und ultraleichten und günstigen Netbooks zum anderen nicht mehr in diese Falle tapsen muss. Aldi ist da mit seinem Medion Akoya MD 97110 vor fünf Wochen bereits einen riesigen Schritt weiter gewesen und wäre im Falle der Verfügbarkeit auf jeden Fall die bessere Wahl – wie Sie im Check des Akoya nochmals nachlesen können – auch wenn es 100 Euro teurer war.

Auch preislich gibt es bereits attraktivere Angebote. Wer anstatt dem 16:9 Bildschirm mit 15,6 Zoll (1.366 x 768 Pixel) auch mit dem 16:10-Format (15,4 Zoll mit 1.280 x 800 Pixel) gut lebt, weil er vielleicht ohnehin eher mal ein Spielchen wagt als Filme zu genießen, bekommt bereits ab 530 Euro vergleichbare Geräte, etwa das Asus X59SL-AP026C. Wenn’s aus cineastischen Motiven aber 16:9 sein müssen, bekommt mit dem MSI Megabook EX620-T3443VHP sogar ein schneller getaktetes 16-Zoll-Notebook für etwa 669 anstatt 699 Euro. Kurzum: sowohl fürs Geld als wie für diverse Einsatzfälle gibt es bessere Geräte, als Lidls Targa Traveller 1534.


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